Chobe Nationalpark

Botswana Chobe River Front Toyota Hilux

In der Region Chobe in Botswana gibt es mehr Elefanten als überall sonst auf der Welt: Auf 11.000 Quadratkilometern leben 100.000 Elefanten. Damit ist die Elefantendichte in Chobe gleich hoch wie die Bevölkerungsdichte in Bolivien. Und wer schon einmal in Bolivien war, kann bestätigen, dass er dort ein paar Menschen getroffen hat. Genau so ging es uns mit den Elefanten.

Botswana Chobe National Park

Mit den Elefanten in Chobe ist es wie mit einem Profikiller: Nicht Du findest sie, sondern sie finden dich. Hier zieht gerade eine Herde mit etwa fünfzig Tieren vor uns über die Piste. Wie man sieht kommen sie von rechts, also gewähren wir Vorfahrt. Höflichkeit ist das A und O im Umgang mit Elefanten.

Botswana Chobe Nationalpark

Bei den tiefen Sandpisten hält man am besten konstant die Fahrtgeschwindigkeit über mindestens 30 kmh. Ansonsten kommt man nur noch mit Hilfe vom Sperrdifferential wieder raus. Der Fahrer kann daher auch nix für blaue Flecke oder verschüttete Drinks im Auto, es sind eindeutig die Konditionen. Praktisch höhere Gewalt. Da haftet die Bahn schließlich auch nicht.
Chobe Elefant

Elefantenwissen #1: In der Trockenzeit wandern Elefanten bis zu 70 Kilometer am Tag um zu trinken. Dieser hier stand plötzlich mitten in der Savanne neben uns. Die Bullen sind übrigens meistens allein unterwegs. Mit zehn, zwölf Jahren werden sie aus der Herde verstoßen und kommen nur zur Paarungszeit zurück (Elefantenwissen #2). Interessanter Ansatz.

Chobe Nationalpark 4x4

Abgesehen von dem Elefanten oben sehen wir 99 Prozent der Tiere in der Nähe der Riverfront. Um dorthin zu kommen fahren wir erstmal einen ganzen Tag lang durch die Einsamkeit der Trockengebiete. Wenn ich mir die Fellfärbungen so in Gedanken ruf, kann es allerdings auch sein, dass sich in dem Bild hier fünf Löwen, drei Leoparden und zehn Giraffen verstecken.

Zebras Chobe RiverfrontChobe River Kasane

Bei Sonnenauf- und -untergang kommen tausende Elefanten, Zabras, Giraffen, Wasserbüffel und so weiter zum trinken an den Chobe River. Wer ein Allradfahrzeug hat, kann auch ohne Tourguide am Flussufer entlang fahren. Wie wir im Titelbild. Obwohl die Chobe Riverfront als eines der besten Tierbeobachtungsgebiete der Welt gilt, treffen wir nur wenige andere Autos. Bei Sonnenuntergang wollen die wenigen Besucher dann aber alle gleichzeitig aus dem Park raus und sich einen der wenigen Campingspots sichern. Und das ist dann kein Spaß. Wir fahren mehrere Campsites an. Der erste ist voll mit Warzenschweinen und hat nichts frei. Der zweite ist wunderschön (Chobe Safari Lodge!), aber auch voll. Inzwischen fahren drei andere Autos hinter uns, alle auf der Suche nach dem letzten freien Platz für die Nacht, alle etwas unruhig. Beim nächsten Platz überholt mich eine holländische Rentnerin auf dem kleinen Pfad vom Parkplatz zur Rezeption so grob, dass ich um ein Haar in die Bepflanzung flieg. Ich kann mich fangen, ziehe rechts an ihr vorbei und ergatter den letzten freien Platz. Während die Schubserin davonzieht, rollen wir zufrieden auf den Platz. Manchmal ist das Leben echt fair.
Botswana Elefant Chobe NationalparkBotswana Chobe River Front-GiraffeBotswana Chobe RiverfrontChobe Riverfront badende ElefantenChobe Riverfront Elefantenherde Schlamm

Elefantenwissen #3: Warum baden Elefanten in Schlamm? Weil sie ganz empfindliche Haut haben und sonst einen Sonnenbrand bekommen. Von wegen dicke Elefantenhaut. Einen kompletten Elefanten mit Sonnencreme einzuschmieren würde sehr lange dauern und wäre auch teuer. Hier im Schlammbad war jeder nach ein paar Minuten fertig.

Und wer jetzt die ganzen Stoßzähne in der Herde oben sieht und mein Elefantenwissen #2 in Frage stellt: 1. Klugscheißer! 2. Bei den afrikanischen Elefanten haben auch die Kühe Stoßzähne (Elefantenwissen #4).
Chobe AntilopeBotswana Giraffe Chobe Riverfront

#GiraffentaxiChobe Elefanten am Straßenrand

Für ein paar Kilometer führt die „Autobahn“ A33 durch den Park. Wahrscheinlich die einzige Autobahn der Welt, auf der Elefanten zu den Verkehrsteilnehmern gehören.

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