Makgadikgadi Pans

Botswana Makgadikgadi Pans National Park

„Von Windhoek aus fahren wir an der Kalahari entlang und dann in den Park da.“ Was alle vier in unserer Gruppe gemeinsam haben: Wir freuen uns auf die endlose Weite des Makgadikgadi Pans Nationalparks. Und wir haben keinen Schimmer, wie man ihn ausspricht. Während die Reisenden im einen Fahrzeug sich vorbildlich bemühen, die lokale Kultur zu schätzen und den Namen möglichst korrekt auszusprechen, haben die Reisenden im anderen Fahrzeug eine infantile Freude daran, den Park „Party Pants“ zu nennen und das Thema damit abzuhaken.

Die westliche Grenze der Party Pants bildet der Boteti River. In der Trockenzeit ziehen die größten Zebraherden im südlichen Afrika zum Boteti. Der Fluß trocknet nie aus und daher fährt ganzjährig eine Fähre vom einen Ufer zum anderen. Feste Ablegezeiten gibt es nicht. Man ist der einzige Fahrgast:

Makgadikgadi National Park Boteti River

Botswana Boteti Fähre Makgadikgadi Pans

Botswana Road Trip

Ruben freut sich, weil ich gerade meine Kreditkarte zurückbekommen habe. Zum allerersten Mal wurde meine Karte an einem ATM eingezogen. Und natürlich hab ich mir dieses Highlight für einen Automaten in einem kleinen Ort im Nirgendwo von Botswana aufgehoben. Ich hab meine brillianten Momente… In Jeansshorts und Flipflops beim Bankdirektor vorstellig zu werden gehört nicht dazu.

Vielleicht freut er sich aber auch nur, weil er gerade die Mini-Fähre nimmt.

Mit Cash und Karte in der Tasche passieren wir kurz darauf Khumaga Gate, den Haupteingang zum Nationalpark. Ein, zwei Kilometer hinter dem Gate werden wir schon von einer Zebraherde umzingelt. Wir biegen links ab, halten uns dicht am Fluß und sehen nach ein paar Metern eine Elefantenfamilie, die ein Bad im Fluß nimmt. Ich könnte stundenlang zuschauen, wir fahren dann aber doch weiter, weil es ja sicher noch mehr zu sehen gibt.

Zebraherde Boteti Makgadikgadi Pans

Zebra Makgadikgadi Pans

Boteti River Elefanten Zebras

Im Park ist es streng verboten, das Auto zu verlassen. Wir haben vorgesorgt und uns Walkie Talkies zugelegt. Falls einem der eigene Beifahrer mal auf den Sack geht. Oder man ein Tier entdeckt. Oder um sich drei gegen einen über die Autos hinweg zu streiten, ob das jetzt ein Streifengnu oder ein Kudu ist. Was übrigens lächerlich ist, denn das Kudu hat viel deutlichere Streifen als das Gnu. Jedenfalls klappt das mit den Walkie Talkies super, wenn nicht gerade eine holländische Reisegruppe auf der selben Frequenz funkt. Wir zwingen das andere Fahrzeug daher, sich immer erstmal zu erkennen zu geben, wenn sie uns anfunken. „Black Rhino an Daktari. Daktari bitte kommen. Zebraherde auf 15 Uhr.“

Makgadikgadi Pans Botswana Steppe Safari

Botswana Makgadikgadi Pans Strauß

Botswana Zebra Makgadikgadi Pans

Je weiter wir in den Party Pants fahren, desto ruhiger wird es. Der Name ist gar nicht so unpassend: Nach Sonnenaufgang gehen alle schlafen und kommen erst bei Sonnenuntergang wieder raus. Es ist so ruhig, dass ich sogar aussteigen und mir eine Packung Cracker aus dem Kofferraum holen kann, ohne von einem Löwen gefressen zu werden. Cracker und Chips gibt es übrigens fast jeden Tag zu Mittag, da sie a) nicht matschig werden, wenn das Auto auf den Pisten durchgeruckelt wird, b) nicht gekühlt werden müssen und c) ich schon immer von einem Urlaub träume, in dem ich mich nur von Süßigkeiten ernähren darf. Das Argument, dass trockenes Essen keine Sauerei im Auto macht, haben wir dagegen schnell widerlegt.

Im Nordosten verlassen wir den Nationalpark und fahren auf der A3 Richtung Osten, bis eine zwei Meter große Erdferkelfigur die Abzweigung nach Kubu Island markiert (kein Witz). Sobald wir auf eine befestigte Straße kommen, ändert sich das Späher-Ziel übrigens von Tieren auf Tankstellen. In allen dünn besiedelten Gegenden gilt: Immer tanken, wenn es eine Tankstelle gibt. Unsere Autos sind zusätzlich mit je einem Ersatztank ausgestattet, der uns ein paar Mal rettet.

Botswana Makgadikgadi Pans Kühe

Botswana Makgadikgadi Pans Kuhherde

Fun Fact: In Botswana leben mehr Rinder als Menschen, drei Millionen um genau zu sein. Etwa eine Million davon überquert hier gerade die Piste vor unserem Auto.

Botswana Road Trip

Von den Kühen abgesehen herrscht wenig Gegenverkehr. Vorne steht aber schon wieder eine der todeslustigen Ziegen mitten auf der Fahrbahn. Der Rückweg von Kubu Island nach Maun ist ein bisschen wie Mario Kart mit den Ziegen als Superpilz, nur dass man sie eben nicht überfahren will, sondern ständig ausweichen muss.

Botswana Liquor Restaurant

Kurzer Stopp für einen Kaffee und mit Kaffee meine ich Bier. Der Toscana Liquor Complex verfügt sogar über ein eigenes Klo und das Menü umfasst neben Bier auch Cola aus der Dose. Was will man mehr? (Es gibt auch nicht mehr.)

Kurz davor sind wir übrigens an Orapa vorbeigefahren. Schonmal von Orapa gehört? Ich auch nicht. Orapa ist der Grund, warum die „Autobahn“ plötzlich einen Knick macht im südlichen Botswana. Wir habens ehrlich gesagt nicht geschnallt, wollten durch den Ort fahren und wurden von der Polizei gestoppt. Denn Orapa beherbergt eine der größten Diamantenminen der Erde und ist nur für Anwohner zugänglich. Außenrum wohnen die Leute in Lehmhütten, in Orapa gibts einen Tennis- und einen Golfplatz. Verrückte Welt.

Botswana Road Trip Mirror Selfie

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